Eindrücke vom Projekt "Intuitives Bogenschießen"

 - 20.03.2018 

Im Februar und März fand das Projekt "Intuitives Bogenschießen" in der AVICRES statt. Dabei hatten Kinder und Jugendliche unter der Anleitung von  Tina Becker, Jaroslaw Jankowski und Klemens Schmelter (Inhaber Bogenzeit/ Veranstalter PaderBow) die Möglichkeit sich auf dem Gelände des Sítio Natureza Viva im Bogenschießen zu üben.

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Bei dem Projekt stand die Entwicklung der unbewussten Fähigkeiten im Vordergrund. Der Prozess des Spannungsaufbaus, Gedankenstille und das intuitive Loslassen, soll auch im alltäglichen Leben der Kinder und Jugendlichen dazu beitragen Anspannung und Stress verstehen zu lernen und umzuwandeln.

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Die Kosten für das Projekt wurden von den Leitern und der Bogenzeit in Paderborn übernommen.

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Bogenschießen in Brasilien - ein Reisebericht

 - 11.02.2018 

Liebe Freunde,

noch gar nicht lange her wo wir (Klemens und Tina) euch die Idee des Bogenschießprojektes bei der Avicres vorstellten, senden wir euch heute herzliche Grüße aus Brasilien ! Lieben Dank an Alle für die Hilfe bei den ersten Schritten. Grad vor Paar Tagen haben wir uns entschlossen vorab schon was zum ersten Teil unserer Reise zu schreiben.

Rio Xingu

Xingu

Belo Monte

Belo Monte

Inspiriert durch die Begegnungen mit dem ehem. Bischof der Amazonasregion Erwin Kräutler bei dem Avicres Geburtstag im September und Vortrag in Münster, haben wir uns Anfang Januar auf den Weg nach Altamira gemacht. Dort wollten wir zum einen sein Wirkungsgebiet samt Lebenssituation der Menschen am Rio Xingu kennen lernen, sowie den Wurzeln des Bogenschießens in Brasilien durch Kontakt zu den Indigenen näherkommen.

Im Vorfeld gab es Gespräche mit dem Kräutler selbst, der uns aber noch nichts Konkretes sagen konnte zu seinem Aufenthalt im Januar in Brasilien. So konnten wir über Johannes Niggemeier (Leiter der Organisation Avicres) Mailkontakt zu dem neuen Bischof der Region Dom Frei Joao Muniz aufnehmen, der uns wiederum an einen anderen Pater vor Ort weitergeleitet hat, welcher im direkten Kontakt zu den Indios steht. Aber auch dieser Pater hatte bereits andere wichtige Termine in einer anderen Region.

Trotz der Tatsache, dass die Zeichen Anfangs nicht günstig standen und die Fahrt nach Altamira eine weite 3-tägige Busreise für uns bedeutete, bei der wir aber auch sehr viel vom Land sehen konnten, begegneten wir schon in Recife Menschen, die uns weitere Wege für den Austausch über Pfeil und Bogen ermöglichten. So lernten wir über einen Freund in Recife Timei Assurini (23J.) den Sohn eines der geistigen Führer vom Stamm der Asurini in Awaete und seine Frau Carla kennen. Durch sie war es uns möglich einen Einblick in die Lebenswelt der indigenen Bevölkerung vor Ort aus primärer Quelle zu bekommen, sowie über ihren Gebrauch von Pfeil und Bogen etwas zu lernen. Die Auswirkungen des 3. größten Staudammprojekts der Welt „Belo Monte“ am Rio Xingu sind verheerend. Neben unglaublichen Verwüstungen an Flora und Fauna, wurden zusätzlich bis zu 12000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Die Skepsis der Indios gegenüber den staatlichen Organisationen ist dadurch weitergewachsen. Von einem ehrlichen Interesse an den Bedürfnissen und Rechten der Indios ist nicht viel zu spüren. Anstatt ihre ursprüngliche Art zu leben zu schützen und ihre Traditionen zu bewahren, hat man nur ihr Überleben gesichert, damit sie nicht obdachlos werden. In Folge dessen wuchsen Hoffnungslosigkeit, Entwurzelung und Alkoholkonsum. Einige Stämme bekriegen sich mittlerweile schon untereinander, die Harmonie ist gestört. Auch dies haben wir in Altamira im wahrsten Sinne des Wortes zu spüren bekommen. Schon vor Ankunft wurden wir von mehreren Leuten gewarnt, es sei ein sehr gefährlicher Ort. Eine Nacht vor unserer Anreise gab es eine Schießerei bei der sieben Polizisten starben. Eine bedrückende Stimmung umgab auch uns, doch es gab auch Hoffnung.

Als wir feststellten, dass der Konvent des Bischofs sich nur eine Straße weiter von unserer Unterkunft befand, suchten wir ihn auf und wurden sehr herzlich von den dort wirkenden willkommen geheißen und bekamen einen Gesprächstermin mit dem Bischof. Es war uns ein Anliegen, nachdem wir so viel von Timei über die Problematiken seines Stammes erfahren durften, auch ihn mitzunehmen. Es kam zu einem sehr wertschätzenden Austausch zwischen uns. Der Bischof hörte aufmerksam zu, war interessiert an dem Bogenschießprojekt (würde sogar ein ähnliches Projekt mit Indios und uns in Altamira unterstützen) und schenkte auch Timei mitfühlende Worte als dieser sich mit den Anliegen seines Stammes an ihn wandte.

Treffen mit der Familie und Freunden von Timei und Carla in der Stadt Altamira

Altamira

Treffen mit Bischof Muniz

Muniz

Über Grüße von Johannes Niggemeier hat sich Bischof Muniz sehr gefreut. Sie sind Freunde obwohl Johannes als ehemaliger Dozent der Theologie nicht mehr direkt für die Kirche arbeitet, Avicres ist ganz unabhängig. Das Verwaltungsteam war sehr bemüht uns weitere Kontakte zu Indios in der Region zu organisieren. So haben wir auf der Suche die Mitarbeiterin einer Kanadischen NGO getroffen, welche im direkten Kontakt mit 2 Stämmen steht und wirklich interessiert war, sie zu unterstützen und mehr im Hintergrund daran arbeitet die Traditionen zu erhalten. Carla die Frau von Timei freute sich sehr mitzukommen, sie tauschten sich über die zukünftigen Projekte untereinander aus. Später brachte man uns zu den Paracana Indios, dort trafen wir auf Bogenschützen und konnten sogar etwas fachsimpeln über Holzsorten ihrer Bogen und Einsatzmöglichkeiten der Pfeile. Wir haben auch Pfeile und 2 Bogen von ihnen kaufen können. Diese Ausrüstung wollen wir für die Infotafel bei der Avicres nutzen, den Kindern die Geschichte ihres Landes zu zeigen und so eine natürliche Offenheit und Neugier gegenüber den ersten Bewohnern Brasiliens schaffen.

Treffen mit den Paracanara Indios

Indios1

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Wir sind sehr dankbar für diese wunderbare Führung und Begleitung durch all die vielen Freunde, die wir hier bisher getroffen haben. Freuen uns sehr auf den baldigen Start unseres Projekts bei der Avicres.

Tina und Klemens

Reisebericht kurz vor Beginn des eigentlichen Bogenprojekts

09.02.2018 St. Teresa (Rio de Janeiro)

 

Intuitives Bogenschießen in der AVICRES – Projekt mit der Bogenzeit Paderborn

Im Februar/März 2018 wird Klemens Schmelter von der „Bogenzeit“ in der AVICRES in Brasilien als Projekt eine Bogenschule für intuitives Bogenschießen einrichten.

In der Praxis dieser besonderen Bogenschiesskunst steht die Entwicklung der unbewussten Fähigkeiten im Vordergrund. Inhaltlich ist das Projekt als erlebnisorientierte pädagogische Maßnahme konzipiert. Der Prozess des Spannungsaufbaus , Gedankenstille und des intuitiven Loslassens, der beim Bogenschießen erlernt wird, kann auch im alltäglichen Leben dazu beitragen Anspannung und Stress verstehen zu lernen und umzuwandeln. Es werden Anreize geschaffen sich mit der eigenen inneren Haltung auseinander zu setzen. Auf spielerische Art und Weise können Übungen entwickelt werden die Freude, Selbstbewusstsein und einen neuen Blick auf die eigene Situation ermöglichen. Lernziele wie Rücksichtnahme, Kooperationsbereitschaft und Empathie, werden unter Berücksichtigung der Gruppendynamik auf rituelle Art und Weise, erreicht. Die Konzentrationsfähigkeit wird gesteigert, die Muskulatur verstärkt.  
 

Die Besucher des AVICRES-Jubiläums  konnten bereits einen Einblick in die Welt des Bogenschießen bekommen.

 

 Aus diesem Grund war die AVICRES  am 18./19.11.2017 mit einen Stand auf der Bogensportmesse PaderBow im Schützenhof in Paderborn vertreten. Ein Anteil des Eintrittsgeldes wurde gespendet, um das Projekt zu finanzieren. Zuvor hat das Bogenzeit-Team um Klemens Schmelter bereits den Unterstützern der Brasilieninitiative AVICRES das Bogenschießen bei unserem 25-jährigen Jubiläum in der Kulturwerkstatt näher gebracht.

(den Beitrag des Westfälischen Volksblatt dazu finden Sie hier.)

Tina Becker übernimmt die Aufgabe der pädagogischen Leitung innerhalb des Bogenschul-Projekts in Brasilien.

Jaroslaw Jankowski, einer der bekanntesten Bogenbauer Polens ( 2 Publikationen über das Thema), bereichert das Projekt mir seinem internationalen Erfahrungsschatz.

Klemens Schmelter (Inh. Bogenzeit/ Veranstalter PaderBow) initiierte das Vorhaben und übernimmt Finanzierung und Leitung des Projekts in Brasilien unter dem Schirm der AVICRES.

*Artikel zu finden hier auf den Seiten der AVICRES

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